Unsere Lebenswege

Diagnose Brustkrebs

Über das tapfere Ringen mit dem eigenen Körper

Über das tapfere Ringen mit dem eigenen Körper

Ein Gespräch über den Kampf gegen eine Krankheit, die jede Frau treffen kann.

Nadine (37) liebt Sport und Bewegung: Joggen, Yoga, Tennis und Skifahren haben einen festen Platz in ihrem Leben. Sie achtet auf ihren Körper und treibt ihn zu großen sportlichen Leistungen an. Eine Woche ohne Bewegung ist für sie wie eine Strafe. "Bewegung tut mir immer gut", beschreibt sie ihre Begeisterung und ihr Bedürfnis nach körperlicher Betätigung.

Doch dann lässt ihr Körper sie im Stich. Er wird krank und raubt ihr Kraft und Energie. Eine Erfahrung, die Nadine wütend macht. Doch sie ist stark genug, um diese Wut und Enttäuschung für sich zu nutzen. Mit ihrem ganz persönlichen Trainingsprogramm stellt sie sich der Krankheit und erobert ihren Körper zurück.

Und plötzlich ist alles anders

Nadine bekommt die Diagnose auf bösartigen Brustkrebs an einem Freitag im März 2007, zehn Monate nach einer umfassenden Vorsorgeuntersuchung. Ihr erster Gedanke: "Das war's jetzt. Wie lange habe ich noch?" Im April wird sie operiert, von Mai bis August bekommt sie Chemotherapie, von Oktober bis November Bestrahlungen. Nadine ist eine starke und rationale Frau. Jetzt muss sie erfahren, dass für alle anderen das Leben ganz normal weiterläuft, während ihre Welt stehen bleibt. Sie muss die Kontrolle über sich, ihr Leben und ihren Körper aus der Hand geben und abwarten, was mit ihr geschieht.

Nadine hat Glück. Nach der Operation ist klar, dass der Krebs weder gestreut noch Metastasen gebildet hat. Es müssen nur drei Lymphknoten entfernt werden. Die Heilungschancen liegen bei 95 Prozent und die Brust bleibt unversehrt. Man sieht nichts, außer einer kleinen Narbe an der Brust. Glück im Unglück!

Umgang mit der Krankheit

Nadine versucht, ihre Krankheit und Therapie möglichst rational zu verarbeiten, und stellt für sich einen Projektplan auf, der sich in drei Phasen gliedert, die es durchzustehen gilt: Phase 1 ist die Operation, Phase 2 die Chemo, Phase 3 die Bestrahlung. Sie weiß, dass Phase 2 aufgrund der körperlichen Belastung am schwierigsten ist: Übelkeit, Schlappheit, Verlust der Haare – ein Albtraum für eine junge, dynamische Frau. Sie weiß auch, dass sie nur mit der richtigen Einstellung dieses schwere halbe Jahr durchstehen kann. Ihr Entschluss steht fest, das Beste daraus zu machen und nicht in Panik und Hysterie zu verfallen.

Ganz bewusst besucht sie keine Selbsthilfegruppe und macht keinen Reha-Aufenthalt. "Ich brauche meine gesunde Umgebung", versucht sie zu erklären. Auch der Familie und den Freunden gibt sie eine klare Anweisung mit auf den Weg: "Glaubt an mich, oder bleibt weg." Mitleid, sorgenvolle Blicke, betrübte Gesichter und betroffene Gespräche über die Krankheit sind das Letzte, was sie in ihrer Situation gebrauchen kann. "Das hätte mich nur noch mehr belastet." Ein guter, selbst kranker Freund gibt ihr einen wichtigen Rat, an den sie sich hält: "Verdirb dir die Tage nicht durch schlechte Laune, das kostet dich nur unnötig Kraft."

Doch wie schafft sie es, die Krankheit zu bewältigen?...

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