Unsere Lebenswege

Barbies größter Fan: Bettina Dorfmann

Kleines Barbie-Imperium

Kleines Barbie-Imperium

2009 feiert Barbie einen runden Geburtstag: Sie wird 50 Jahre alt. Kein anderes Spielzeug hat Mädchen- und Frauenleben so beeinflusst wie diese Puppe. Zu Barbies größten Fans gehört Bettina Dorfmann, die stolze Besitzerin der weltweit größten Sammlung alter Barbies.

Um zum Einstieg ein naheliegendes Klischee zu bedienen: Bettina Dorfmann (47) hat lange blonde Haare, grüne Augen und ist schlank - aber irgendwie wäre es ja auch seltsam, wenn ausgerechnet die Barbie-Sachverständige Deutschlands einen brünetten Bob tragen würde und vollschlank wäre. Sie hat zwar eine äußerliche Ähnlichkeit mit Barbie, ein Püppchen ist die Düsseldorferin allerdings keineswegs. Der umtriebigen Unternehmerin ist es gelungen, ein kleines Barbie-Imperium zu errichten und ihren Lebensunterhalt mit der berühmtesten Puppe der Welt zu verdienen.

Sammelleidenschaft

Beim Betreten von Bettina Dorfmanns Wohnung erkennen wir direkt, dass wir eine leidenschaftliche Sammlerin beziehungsweise Sammlerfamilie vor uns haben: In Vitrinen und Regalen stehen neben zahllosen Barbies auch alte Rauchverzehrer ihres Vaters sowie unterschiedlichste Miniaturen, die ihr Mann sammelt. Bei diesem Anblick liegt die Vermutung nahe, dass ihr die Sammelleidenschaft in die Wiege gelegt wurde, doch da täuschen wir uns. "Als Kind habe ich immer gerne mit Barbies gespielt, aber es war nie so, dass ich sie gesammelt hätte", erinnert sich Bettina Dorfmann. Und dann erzählt sie uns, wie Barbie Stück für Stück ihr Herz (zurück)eroberte.

Erinnerungen an schöne Kindheitstage

Vor ungefähr 15 Jahren will Bettina Dorfmann ihre kleine Tochter Melissa während eines Familienurlaubs mit eigens mitgebrachten Barbies beschäftigen. Die Begeisterung ihres Schützlings kann sie nicht wecken - ihre eigene aber schon. Der Urlaub bleibt nicht ohne Folgen. An ihre schöne Kindheit erinnert und von den liebevoll gestalteten und detailreich gearbeiteten Puppen angetan, beginnt Bettina Dorfmann, die Überreste aus Kindheitstagen zusammenzutragen und allmählich aufzustocken. Sie kauft auf Flohmärkten, tauscht bei Sammlerbörsen, beginnt, Puppen zu restaurieren, und eignet sich so immer mehr Fachwissen über Barbie an.

Vom Hobby zum Beruf

Dabei ist die Barbie-Begeisterung als Hobby zunächst nur auf den privaten Raum beschränkt und beginnt mit 28 Puppen. Hauptberuflich betreibt Bettina Dorfmann zur damaligen Zeit ein Textilgeschäft, dessen Abverkauf allmählich stagniert. Zur Weihnachtszeit wird sie von einer Bekannten auf die Idee gebracht, das Schaufenster mit Barbie-Puppen zu dekorieren. Von da an sieht Bettina Dorfmanns Geschäft wieder mehr Kunden, die allerdings keine Textilien, sondern die ausgestellten Barbies kaufen wollen. Durch Mundpropaganda steigt die Nachfrage so rapide an, dass Bettina Dorfmann ihr Textilgeschäft schließt und sich selbstständig macht - als Barbie-Sammlerin, Puppen-Doktorin und Sachverständige.

Seitdem wird Bettina Dorfmanns beruflicher Alltag von der Barbie-Puppe bestimmt...

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