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Beziehung
Gesprächsdolmetscher: Männer und Frauen
Männer und Frauen sprechen anders
Es beginnt mit einer harmlosen Frage und endet in einem handfesten Krach. Am Ende sitzen wir da und fragen uns, wie zur Hölle das passieren konnte. Oft liegt es am unterschiedlichen Kommu- nikationsstil der Geschlechter. Aber der ist oft gar nicht so schwer zu überwinden.
Eine typische Situation: "Schatz, wollen wir am Wochenende ins Kino gehen?", fragt sie gut gelaunt als er Mittwochabends vor dem Fernseher sitzt. "Weiß nicht", antwortet Schatz. Sie hakt nach: "Jeden Abend vor der Glotze ist doch öde. Lass uns mal was unternehmen." Schatz raunzt barsch, er wolle nicht so weit im Voraus planen. "Ich mein ja nur...", schiebt sie mit bebender Unterlippe nach. Dann ist das Gespräch erstorben. Er sieht weiter fern. Sie schmollt in der Küche. "Ein klassischer Fall von missglückter Kommunikation", sagt Psychologin Lisa Fischbach. "Sie will Gemeinsamkeit schaffen, er fühlt sich vereinnahmt."
Schon als Kinder
Männer und Frauen sprechen schon im Kindesalter andere Sprachen. Das belegen zahlreiche Untersuchungen: Bereits Dreijährige unterscheiden sich im Kommunikationsverhalten. Bei einem Streit bemühen sich Mädchen um eine Abschwächung des Konflikts. Sie wollen die Harmonie wieder herstellen. Bei Jungen endet das Ganze meist in einer Balgerei. Jungenspiele haben Gewinner und Verlierer, sie sind Konkurrenten. In Mädchenspielen sind Nähe und Verbundenheit von zentraler Bedeutung.
"Lass uns..." macht Männer nervös
Im Erwachsenenalter zeigt sich das im Kommunikationsverhalten: "Männer vertreten ihre Interessen durch eine deutliche, sachorientierte Sprache", so Lisa Fischbach. "Ihr Kommunikationsziel ist Unabhängigkeit. Frauen wollen Verbundenheit herstellen, indem sie ihre eigenen Interessen im Gespräch abschwächen." Deshalb reagieren Männer empfindlich, wenn sie sich von Frauen bevormundet fühlen. Und das passiert leider leicht, wenn Frauen Vorschläge mit "Wollen wir nicht..." oder "Lass uns..." einleiten. Obwohl es nicht so gemeint ist, fassen Männer dies als Befehl auf und fühlen sich in ihrer Freiheit eingeschränkt. Wenn Männer so sprechen, verbinden sie damit einen direkten Appell. Dabei wollte Frau ihn nur in die Planung einbeziehen und einen Vorschlag zur Diskussion stellen - und reagiert nun ihrerseits verwirrt und verletzt.
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