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Beziehung
Gesprächsdolmetscher: Männer und Frauen
Männer machen Ansagen
Auch umgekehrt geht die Kommunikation oft schief. Noch eine typische Situation: Er sagt "Ich gehe jetzt foggen." Sie presst "Viel Spaß" hervor und ist sauer, weil er Pläne ohne sie macht. Als er vom Joggen zurückkommt, merkt er, dass die Liebste grummelt. Er ist ehrlich überrascht: "Aber du hättest doch mitkommen können!" Hätte sie. Nur leider hatte er sie nicht klar und deutlich gefragt. Männer machen Ansagen. Das "Machst Du mit?" ist unausgesprochen enthalten. Nur verstehen es Frauen nicht so. Sie sind verletzt und fühlen sich ausgegrenzt.
Unabhängigkeit vs. Wir-Gefühl
Frauen möchten mit ihrem Partner über wichtige und unwichtige Dinge des Alltags sprechen. Sie wollen von sich erzählen, am Leben des Partners teilhaben und auf diese Weise die Beziehung festigen. Männer wollen ihre Unabhängigkeit gerade dadurch bewahren, dass sie banale Alltagserlebnisse für sich behalten. Daraus ergibt sich ein fatales Ungleichgewicht. Wenn Frau zu viel bohrt, wird es Mann schnell zu viel. Ihre Beziehung müssen Männer nämlich nicht extra festigen. Das geschieht für sie bereits in Form der bloßen Anwesenheit der Partnerin.
Übrigens: Das Klischee der plappernden Frau hält sich hartnäckig, dabei haben zahlreiche Studien längst ergeben, dass Männer mehr reden als Frauen.
Frauen äußern Wünsche indirekt
Während einer Autofahrt. Sie fragt: "Möchtest Du anhalten und etwas trinken?" Er verneint und fährt weiter. Schließlich ist sie wütend, weil sie gern eine Pause eingelegt hätte. Jetzt ärgert sie sich über seine Rücksichtslosigkeit. Er ist sauer, weil sie ihre "Spielchen" gespielt hat. Frauen neigen laut Psychologin Lisa Fischbach dazu, ihre Wünsche eher indirekt auszudrücken: "Sie möchten die Interessen des Partners einbeziehen. Aber das setzt voraus, dass er das Ungesagte auch versteht. Da Männer jedoch eine direkte Kommunikation gewohnt sind, nehmen sie diese Bedeutungsebene gar nicht wahr."
Erfolgreiche Paarkommunikation
Und wie kommen wir aus diesem Dilemma heraus? Lisa Fischbach verrät, wie die Paarkommunikation gelingt: "Das Zauberwort heißt wechselseitige Einfühlung. Das bedeutet, beide Partner sollten in der Lage sein, die Welt des anderen mit seinen Augen zu sehen und zu verstehen. Verlangen Sie also nicht von Ihrem Schatz, dass er Sie auch ohne viele Worte versteht. Das führt nämlich direkt in die Sackgasse. Die Psychologin: "Sprechen Sie offen aus, was Sie wünschen. Und akzeptieren Sie, dass Sie nun einmal einen unterschiedlichen Kommunikationsstil haben. So wird das Zusammenleben deutlich entspannter." In diesem Sinne: Reden Sie einfach mal drüber!
Text: Annette Riestenpatt/ElitePartner.de
Fotos: Shutterstock
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