Beziehung

7 Fragen an Männer, die es wissen müssen

LIEBESSCHWÜRE: Marry Man Christoph Sauer über das Ja-Sagen

Christoph Sauer macht Paare glücklich, indem er ihnen eine individuelle Trauung bietet, die nichts mit Kirche und Psalmen zu tun hat. Er ist der Marry Man und keine Zeremonie ist im fremd.

womantime: Was ist ein "Marry Man" und wie sind Sie einer geworden?
Der "Marry Man" ist eine Mischung aus Festredner und Zeremonienmeister für nichtkirchliche Trauungszeremonien. Er ist kein Wedding Planer! Und er hat keinerlei Amtsgewalt, ist also weder Standesbeamter noch Pfarrer. Diese Art der Trauzeremonie ist rein symbolisch.
Die Idee zum "Marry Man" kam mir, als ich vor zehn Jahren auf die Hochzeit eines Freundes eingeladen wurde, der in den USA heiratete. Das Ambiente war perfekt: Die Zeremonie fand in einem romantischen Park statt, Freunde hatten eine Collage mit Fotos des Brautpaares gebastelt, und ihr Eheversprechen gab die Braut ihrem Bräutigam musikalisch - mit einem selbst verfassten Text auf die Melodie von "Amazing Grace". All das hat mir so imponiert, dass ich noch auf dem Rückflug nach Deutschland dachte: So etwas kann ich auch! Ich habe also meine drei Talente - Sprechen, Singen und Schreiben - in einen Topf geworfen, umgerührt, und heraus kam der "Marry Man".

womantime: Der „Marry Man“ – ein Kompromiss für Paare, die unterschiedliche Glaubensvorstellungen haben?
Eindeutiges "Ja"! Ich habe sehr oft Paare mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund. Und da kommt eben auch oft der Glauben mit ins Spiel. Wenn also zum Beispiel der Bräutigam sehr der Kirche verbunden ist, die Braut aber atheistisch eingestellt ist, dann kommt es schon mal vor, dass die Zeremonie auf Wunsch des Paares in einer entweihten Kapelle stattfindet (siehe auch Frage 6). Ich suche dann Texte für meine Ansprache, die das Thema "Kirche" nicht unbedingt berühren, dafür bekommt der Bräutigam ein "Ave Maria" zum Ringtausch gesungen. Es geht also darum, beiden gerecht zu werden. Im übrigen hatte ich vor kurzem eine Trauung, bei der die Braut persischen Ursprungs ist, der Bräutigam aber aus Österreich stammte. In diesem Fall war es die Bitte des Paares, dass ich eine "weltliche" Trauung ohne religiöse Inhalte leite, und im Anschluss daran gab es dann noch einmal eine Zeremonie nach persischem Ritus. Selbstverständlich habe ich mir diese persische Zeremonie mit großem Interesse genau angesehen - für mich ist das auch eine Form der Weiterbildung. Es kommt dann schon mal vor, dass ich mir daraus Inspirationen für meine Trauungen hole.

womantime: Die schönste Trauung, die Sie bisher organisiert haben?
Die Antwort fällt mir hier schwer, weil es so viele Trauungen gibt, die immer wieder einen ganz anderen Charakter haben und auf ihre Weise schön sind. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann denke ich sehr gerne an meine allererste Trauung zurück, weil das so eine Art Feuertaufe für mich war: Würde das Brautpaar, würden die Gäste mich in meiner Funktion ernst nehmen? Würde ich meinen Anspruch erfüllen können, die Zeremonie feierlich und doch auch unterhaltsam zu gestalten? Was würden die Älteren davon halten, für die eine Hochzeit eigentlich nur vor einem Pfarrer Bestand hat. Umso glücklicher war ich dann über die positiven Reaktionen hinterher. Der Brautvater, der mir gegenüber äußerst skeptisch war und sich fast mit seiner Tochter überworfen hatte, weil sie nicht einer Kirche heiraten wollte, gratulierte mir zu meiner Premiere ebenso wie die jungen Freunde des Paares, die so etwas auch zum ersten Mal erlebt hatten. Wäre die Reaktion anders ausgefallen, wäre diese erste auch meine letzte Trauung gewesen. So aber beschloss ich noch am selben Tag, mich für eine Hochzeitsmesse mit eigenem "Marry Man"-Stand anzumelden.

womantime: Der ungewöhnlichste Wunsch nach einer Trauzeremonie, den sie erfüllt haben? Ein Brautpaar hatte sich als Motto für ihre Trauung ...

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