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womantime: Wann und wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Eigentlich kam ich zum "Plussize-Model" wie die Jungfrau zum Kinde...
1999 drückte mir eine Freundin einen Katalog mit Mode für große Größen in die Hand, den ich zuvor noch nicht kannte. Als ich darin blättere, entdeckte ich die Ausschreibung eines Modelcontests. Da mir immer wieder gesagt wurde, ich hätte ein hübsches Gesicht, habe ich entschlossen, mich dort zu bewerben.
Als ich mit meinem Mann eine schöne Sommerwanderung machte, bat ich ihn, ein Foto von mir zu schießen. Mit diesem ungestylten Foto habe ich mich dann beworben. Das Verrückte ist, dass ich ab dem Moment, als ich die Bewerbung in den Briefkasten geworfen hatte, zu meinem Mann sagte, dass ich diesen Wettbewerb gewinnen würde. Und siehe da: Einige Tage später flatterte die Einladung zum Endcasting ins Haus. Ich wurde unter 1.000 Bewerberinnen zur ersten "Miss Happy Size" gewählt. Das zum Thema "Gedanken schaffen Realität"...
Als ich mich im Anschluss bei verschiedenen Agenturen bewarb, lief ich offene Türen ein, weil seinerzeit das Thema "Plussize-Models" langsam aber sicher in den Fokus rückte. 2001 wurde mir dann die Übernahme des Plussize-Bereiches einer Münchner Modelagentur angeboten. Ich wagte den Sprung ins kalte Wasser.
womantime: Seit wann gibt es diese Model-Kategorie in der Branche?
Das kann ich gar nicht so genau beziffern. Ich würde schätzen, seit ca. 10 bis 15 Jahren. Sogenannte "Lady-Models", also vollschlanke Models jenseits eines Alters von 45 gibt es vermutlich sogar noch viel länger. Allerdings lag das Hauptaugenmerk hier nicht auf der Konfektionsgröße, sondern eher auf dem Alter.
womantime: Ab welcher Größe gelten Models als vollschlank?
An dieser Stelle muss ich mich der Relativitätstheorie von Herrn Einstein bedienen. Die Antwort auf diese Frage liegt letztendlich im Auge des Betrachters und ist sehr subjektiv. Ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass ich vor einigen Jahren eine Anfrage einer Redakteurin eines Frauenmagazins erhielt, die da lautete: "Ich suche ein molliges Model, so in Konfektionsgröße 38..."!!
Generell kann gesagt werden, dass man in die Kategorie "molliges Model" oder "Plussize-Model" ab einer Gr. 40/42 fällt. Wenn Sie mich nach meiner persönlichen Meinung fragen, so finde ich, dass Gr. 40/42 alles andere als mollig ist, zumal die Models ja meistens sehr groß sind und somit auch nicht mollig wirken.
womantime: Gibt es unter Super-Size-Models auch eine Topriege à la Heidi Klum, Giselle Bündchen etc.?
Ja, es gibt auch im Plussize-Bereich eine Topriege. Traurigerweise ist diese aber weniger in Deutschland beheimatet. Die meisten sehr erfolgreichen Models stammen aus USA. Es gibt z. B. ein Plussize-Model, das wirklich in jedem deutschen Katalog zu sehen ist. Dieses Model verdient über 3.000 Dollar pro Tag. In Deutschland sind solche Gagen fast unerreichbar.
Allerdings gibt es auch in Deutschland eine handvoll Models, die wirklich sehr gut gebucht werden und im Verhältnis betrachtet zur Topriege unter den deutschen Plussize-Models gehören.
womantime: Augenringe, Falten, schlaffe Haut... Ist Ihre Branche genauso gnadenlos wie die der Magermodels?
Definitiv Nein. Natürlich muss...











