Kulturelles Leben

True Romance: Allegorien der Liebe von der Renaissance bis heute

True Romance: Allegorien der Liebe von der Renaissance bis heute

Wenn wir von Liebe sprechen, aktivieren wir in unserem Kopf sofort eine Fülle von Ideal- und Gegenbildern. Wir denken an glühende Verehrung und erkaltete Gefühle, an das Herz, das in Flammen steht oder zu Eis erstarrt ist. Auf Wolken zu wandeln oder in Abgründe der Verzweiflung zu stürzen: Diese jederzeit abrufbaren Metaphern der Liebe sind keine Erfindungen der Werbe- und Filmindustrie. Ihre Wurzeln reichen weit zurück zu den Anfängen der neuzeitlichen abendländischen Kultur.

Liebesreflexionen

Ausgangspunkt der Ausstellung sind Sonette des italienischen Poeten Petrarca, die im 15. und 16. Jahrhundert eine Lawine der Liebesdichtung in Europa auslösten. Erstmals wurde die Liebe in den Rang künstlerischer Inspiration und Diktion erhoben und seither in der Kunst immer neu zum Ausdruck gebracht. Verwandtschaften und Referenzen zwischen historischen Werken und gegenwärtiger Kunstpraxis sind allgegenwärtig: Auch die Liebesreflexionen der aktuellen Kunst handeln oft von unerfüllter Sehnsucht oder massenmedialer Streuung und Kommerzialisierung der Liebe. Der Verlust des Ideals rückt hier ins Zentrum - und doch lebt das Liebeslob in alten und neuen Formen fort. Was bleibt, ist die Endlosigkeit der Liebe, die über die ganze sinnliche Welt triumphiert. Als Quelle individuellen Glücks schreibt sich diese dauerhaft in das Leben und zugleich offen, verhüllend und auch idealisierend in die Kunst ein.

Epochen- und medienübergreifende Geschichte

Die Ausstellung "True Romance" schreibt epochen- und medienübergreifend eine Geschichte der Darstellung der Liebe in der bildenden Kunst. Ausgehend von der Antikenrezeption der Renaissance über Liebes-Bilder zwischen Barock und Moderne, Inszenierungen und Abgesänge der Liebe in der Pop-, Aktions- und Konzeptkunst bis hin zu den Allegorien der Liebe im aktuellen Kunstgeschehen, untersucht die Schau die bildhafte Entwicklung des großen Gefühls in eindrucksvoller Weise.

Wo?
Kunsthalle zu Kiel

Wann?
Bis 7. September 2008



Quelle: www.kiel-magazin.de
Foto: www.kiel-magazin.de