Mein ganz persönlicher Jahrestag
von Stinchen am 05.11.2008
Heute auf den Tag genau wohne ich seit 1 Jahr in München und ich weiß noch, wie schlecht es mir im November letzten Jahres ging: Neue Stadt, neuer Job, ich hatte noch keine Wohnung, keinen einzigen Bekannten und das Schlimmste - die räumliche Trennung von meinem Freund, der über 600 km entfernt in NRW geblieben war.
Nach kurzer Zeit hatte ich mich an alles Neue gewöhnt und erste Bekanntschaften geschlossen, doch die Fernbeziehung machte mir sehr zu schaffen. Vor allem, weil wir nicht wussten, wann wir wieder zusammenwohnen würden. Mein Vertrag war auf 18 Monate befristet und er wollte seinen sicheren und sehr guten Job in NRW nicht aufgeben. Ich war so verzweifelt und fühlte mich so ohnmächtig, konnte die neue Stadt gar nich richtig genießen. Anfänglich haben wir uns dann auch nur alle 7 Wochen gesehen, dann aber auch nur für 3 Tage, und mir war schon am ersten Abend vor Kummer und Abschiedsschmerz so übel, dass ich meiste Zeit nur mit Heulen verbracht habe. Ich war richtig krank.
Schließlich kam alles anders als erwartet: Im Internet bin ich auf eine Stellenanzeige gestoßen, die wie für meinen Freund gemacht schien. Mir zuliebe hat er sich auf die Bewerbung eingelassen, sich insgeheim allerdings keine großen Chancen ausgerechnet. Er wurde zum ersten Vorstellungsgespräch eingeladen, dann zum zweiten und dann zur Unterzeichnung des Vertrags. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich ich war, als der Anruf kam, dass er den Job in der Tasche hat. Und das Beste: Sie haben ihn gefragt, ob er sich vorstellen kann, in Neuseeland zu arbeiten - in diesem Land zu leben ist für uns schon lange ein Traum.
Im Juli konnten wir dann in München wieder zusammenziehen und fühlen uns beide in München sehr wohl. Wir haben zwar schon vor der räumlichen Trennung eine sehr harmonische Beziehung gehabt, trotzdem hat sich unser Verhältnis zueinander zusätzlich positiv verändert: Wir schätzen uns gegenseitig mehr und sind auch über alltägliche Dinge glücklich, die wir gemeinsam verbringen können. Die Zweisamkeit in einfach intensiver geworden. Wir haben halt gemerkt, dass selbst ein gemeinsamer Alltag, über den man sonst so schnell schimpft, nichs Selbstverständliches ist.
An das zurückliegende Jahr musste ich heute sehr denken. Ich hätte nie gedacht, dass sich alles so positiv entwickeln würde - ich bin einfach nur so dankbar, wie alles gekommen ist. Es war die rrichtige Entscheidung nach München zu gehen, und dass ich mich heute so wohl in dieser Stadt fühle habe ich nicht nur meinem Freund, sondern auch den vielen Bekannten (von denen einige scon zu Freunden geworden sind) zu verdanken, die mich so lieb aufgenommen und unterstützt haben. Ganz vielen Dank!
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